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haben wir 1996 nach unserer Australien-Rundreise 4 Tage
in Nusa
Dua zum relaxen verbracht. Wir haben lediglich einen kurzen Ausflug zum
Pura Luhur Ulu Watu gemacht, mehr haben wir von Bali nicht gesehen.
Seitdem hatten wir immer wieder den Wunsch, die Insel kennen zu lernen,
denn Nusa Dua ist ein Touristenort und vom wirklichen Bali weit
entfernt. In diesem Jahr sollte es dann realisiert werden, als
Reisezeit schien uns der September gut geeignet. Wir wollten nicht in
den Süden, der schien uns zu touristisch, also wurde
fleißig im
Internet recherchiert. Dabei entdeckte ich, dass es auch einige gute
Schnorchelplätze auf Bali gibt. Das kam unseren Interessen
sehr
entgegen und wir entschieden uns für den Ort Amed im Osten der
Insel
und das Hotel Amed Cafe, eine kleine Bungalowanlage mit 23 Zimmern,
Bettenburgen mögen wir nämlich nicht. Am 31. August ging es dann ab Frankfurt los, drei Urlaubswochen lagen vor uns. Wir hatten ca. 3 Stunden Aufenthalt in Singapur und kamen dann endlich in Denpasar an. Wir tauschten im Flughafen etwas Geld um und suchten uns dann ein Taxi. Der freundliche Fahrer brachte uns zu einem Hotel in Kuta für die erste Übernachtung, nach Amed würden wir nämlich zweieinhalb Stunden Fahrzeit benötigen. Das wollten wir uns spätabends nicht mehr antun! Das Hotel war vom ersten Eindruck her angenehm, nett eingerichtet und der Empfang sehr freundlich. Am nächsten Morgen haben wir uns die Umgebung des Hotels angeschaut, es war nicht allzu lebhaft, aber doch etliche Hotels, Restaurant, Geschäfte und Reiseagenturen. Für einen längeren Aufenthalt hätte es uns dort nicht gefallen. Mittags kam unser Fahrer vom Hotel Amed Cafe und dann ging es los. Während der Fahrt bekamen wir einen ersten Eindruck von Bali und wir waren voller Erwartung, wie es uns in Amed wohl gefallen würde. Der erste Eindruck vom Hotel war gut, es war alles im balinesischen Stil eingerichtet und dekoriert, die vielen tropischen Pflanzen schufen eine angenehme Atmosphäre.
Unser Bungalow war oberhalb des Pools, aber schön ruhig gelegen. Das Restaurant war direkt am Strand, dort haben wir auch oft gegessen, es war preiswert und sehr gut, die Auswahl reichhaltig. Die ersten Tage haben wir teilweise am Strand verbracht, die Schnorchelmöglichkeiten waren einfach Spitze! Direkt vor dem Hotelstrand ist ein wunderschöner Korallengarten. Hier fanden wir noch eine intakte Unterwasserwelt!
Aber
nur auf der Liege faulenzen wollten wir nicht, sondern auch unseren
Urlaubsort kennen lernen. Amed besteht aus einigen kleinen Hotels und
Bungalowanlagen, dazu einige Warungs, so heißen auf Bali die
einfachen,
landestypischen Restaurants. Am Strand lagen Fischerboote, im Dorf
wurde auch ein wenig Landwirtschaft betrieben. Die traditionelle
Salzgewinnung hat hier eine wichtige Bedeutung. Das Salz wird durch
einen einfachen Verdunstungsprozess gewonnen, wie schon seit
Generationen. Nach dem ersten Spaziergang war uns klar, dass wir den
richtigen Urlaubsort gewählt hatten. Nachtleben oder
Einkaufszentren
brauchen wir nicht! Unsere Ostbalitour führte uns als erstes an den wunderschönen Reisterassen vorbei. Dass es so viele Grüntöne gibt! Die Landschaft sah aus wie hingemalt! Wir haben immer wieder angehalten, um Fotos zu machen.
Unser erstes Ziel war Tirtagangga (heiliges Wasser vom Ganges). Der königliche Wasserpalast wurde 1947 vom letzten König von Karangasem erbaut. Uns sprach ein sehr netter Guide an, der uns viel über Tirtagangga erzählt hat, ich glaube, er kannte jede einzelne Statue. Er erklärte uns, dass bei den Vulkanausbrüchen sehr viel zerstört worden ist, der letzte war 1963. Vieles ist aber restauriert worden, einige Figuren waren aber noch gut erhalten. Es war ein schöner Gang durch die Anlage mit den verschiedenen Wasserbecken, die Atmosphäre war still und friedlich. Ringsherum wuchsen viele tropische Pflanzen, der Guide hat uns einige gezeigt und erklärt.
Hinter dem Wasserpalast ging es in die Reisfelder, dieser Spaziergang war einfach traumhaft schön! Das gesamte Umland von Tirtagangga ist herrlich! Er hat uns auch viel über den Reisanbau erzählt, wir konnten aber auch aus der Nähe sehen, wie hart die Menschen hier in der Landwirtschaft arbeiten. Was für uns schön aussieht, bedeutet schwere körperliche Arbeit!
In Amlapura, der Bezirkshauptstadt gab es als Kontrastprogramm einen Gang über den Markt. Da waren wir froh, dass wir hinter unserem Fahrer herdackeln konnten, sonst hätten wir uns in dem Gewirr glatt verlaufen. Dies ist noch ein sehr ursprünglicher Markt, kein Touristenmarkt. Hier kaufen die Einheimischen ihre Waren für den täglichen Bedarf ein. Wir haben eine interessante Frucht entdeckt, dunkel mit einer rauen Schale. Wir erfahren, dass diese Frucht „Salak“ heißt. Das Fruchtfleisch ist aber hell und sehr lecker, es schmeckt ein wenig wie Aprikose. Nach dieser Stärkung geht es zum nächsten Köngispalast in Amlapura, dem Puri Agung. Besonders beeindruckend finden wir den Eingangsbereich, wir sehen viele Bilder der königlichen Familie. Dann schauen wir uns in der Nähe von Amlapura noch einen königliche Wasserpalast an, den Puri Taman Ujung. Die weitere Fahrt verläuft über eine Bergstraße in Richtung Sereya, wir fahren durch kleine ursprüngliche Dörfer, die Straßen sind kurvig und zum Teil sehr eng. Unseren Fahrer können wir nur bewundern! Dann geht es wieder in Richtung Küste, wir sehen einen menschenleeren Strand und eine kleine Felseninsel. Sie heißt Gili Selang. Zum Abschluß unserer Tour kommen wir über den kleinen Ort Lipah zurück nach Amed. Da gibt es noch einen Aussichtspunkt, wir haben einen wunderschönen Blick auf den Strand mit den Fischerbooten.
Nachdem wir einige Tage mit relaxen und schnorcheln verbracht haben, ging es dann los in Richtung Ubud. Die Fahrt ging zunächst über Amlapura, Candi Dasa und Klungkung, nach den wunderschönen Reisterassen änderte sich die Landschaft, als wir ins Landesinnere kamen. Wir sahen viele Palmen und hohe Bananenstauden, einfach faszinierend, wie vielfältig diese Insel ist! Kurz vor Ubud sahen wir dann die vielen Schnitzereien und Werkstätten, die die Steinfiguren herstellen. Im
Ort angekommen, haben wir erst mal ein wenig auf den Markt
gestöbert.
Dann haben wir einen Bummel durch die Stadt gemacht. Obwohl wir es
etwas rummelig fanden, waren die vielen Ateliers und Kunsthandlungen
schon interessant. Kunstinteressierte können hier sicherlich
mehrere
Tage verbringen! Wir haben uns dann noch den Fürstenpalast
Puri Saren
angesehen, dann wollten wir weiter zum Affenwald. Am Eingang war auch
hier etwas Betrieb mit Ständen und Händlern, aber
nervig fanden wir es
nicht, das ist halt überall so, wo Touristen hinkommen. Die
Affen waren
ganz lustig, es waren viele Affenkinder zu sehen. Aber echt sehenswert
war der riesige Banyan-Baum im Zentrum des Waldes. Es gab
natürlich
auch einen kleinen Tempel und einen Badeplatz mit einer heiligen
Quelle. Als nächstes hatten wir dann die Elefantenhöhle Goa Gajah auf unserem Programm, die nicht allzu weit von Ubud entfernt liegt. Es ging einige Stufen hinunter und wir konnten im Eingangsbereich vor der Höhle den Wasserplatz mit seinen schönen Skulpturen bewundern. Am Eingang empfing uns ein uriges Steinmonster, innen konnten wir eine Statue von Ganesha,d em Elefantengott sehen. Uns wurde erzählt, dass sich in früheren Zeiten die Mönche in die Höhle zum meditieren zurückzogen. Das war sicherlich ein Ort der Andacht! Auf
dem Rückweg wollten wir noch in Klungkung den
Königspalast Taman Gili
sehen. Er liegt im Zentrum der Stadt, gleich gegenüber war ein
großer
Parkplatz. Es war viel Verkehr und wir waren froh, als wir auf der
anderen Straßenseite angekommen waren. In der Anlage konnten
wir die
Gerichtshalle mit ihren wunderschönen Deckenmalereien
bewundern. Da
hätte man Stunden verweilen können! Es gab auch noch
verschiedene
Pavillons mit Lotusteichen zu sehen. Somit bekamen wir einen kleinen
Einblick in die Vergangenheit Klungkungs, das auch als Semarapura
bekannt ist. Während
der Weiterfahrt nach Amed konnten wir viele Zeremonien sehen. Unser
Guide erklärte uns, dass es meistens Verbrennungszeremonien
sind, das
ist hier ein farbenprächtiges Fest. Auch
nach dieser Fahrt sind wir wieder voller Eindrücke, die wir
erst mal
verarbeiten müssen. Den Abend verbringen wir im
Hotelrestaurant, das
Essen ist hier sehr gut und die Auswahl reichlich. Außerdem
hat es eine
schöne Atmosphäre. Es liegt direkt am Strand und wir
hören das Meer
rauschen. Dann lassen wir den Abend auf unserer Terrasse ausklingen! Die
nächsten Tage verbringen wir wieder am Strand und im Ort, wir
haben
einen Warung entdeckt, direkt am Meer gelegen. Ein
wunderschöner Platz!
Wir gehen auch mal gerne am späten Nachmittag hin, dann haben
wir von
dort einen traumhaften Blick auf den Gunung Agung.
Beim nächsten Ausflug ging es zum Batursee. Darauf freute ich mich besonders, weil ich schon einiges über die Landschaft dort gelesen hatte. Zuerst ging es aber in Richtung Besakih, wir wollten uns dort die größte Tempelanlage Balis ansehen. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch ein festlichgeschmücktes Dorf, unser Fahrer fragte, ob er anhalten sollte, am Vortag hätte hier eine Zeremonie stattgefunden. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen! Unser Guide erzählte uns, es sei eine Verbrennungszeremonie gewesen, etwa 500 Leute hätten daran teilgenommen. Das war für uns sehr interessant, sich so einen Zeremonienplatz mal aus der Nähe anzuschauen.
Das
soll sich aber noch steigern, denn wir wollen weiter zum Batursee. Wir
fahren zunächst durch eine Landschaft mit vielen Palmen und
Bambussträuchern, wir sehen auch, dass hier viel Obst und
Gemüse
angebaut wird. In dieser Gegend wachsen auch die Salakfrüchte,
die wir
in Amlapura auf dem Markt schon kennen gelernt haben. Hier werden sie
an den Straßenständen verkauft, wir nehmen uns auch
welche mit. Bald
schon merken wir, dass der Gunung Batur nicht mehr weit entfernt ist.
Wir sehen viele Steinmetzbetriebe, die das Lavagestein verarbeiten. Der
Gunung Batur gehört auch zu den tätigen Vulkanen
Balis. Dann sind wir
endlich an einem schönen Aussichtspunkt, von dem aus wir einen
wunderschönen Blick auf den See haben. Wir durchfahren kleine
Dörfer
und genießen immer wieder die Sicht auf den See mit dem
Vulkan im
Hintergrund. Die gewaltigen Lavafelder zeigen uns, dass es sich hier um
einen sehr aktiven Vulkan handelt. Zum Mittagessen bringt uns unser
Fahrer in ein Restaurant mit Blick auf den See. Hier ist ein Lokal
neben dem anderen und es kommen natürlich auch wieder
Händler auf uns
zu. Uns stört das aber nicht, wir genießen unser
Essen und die
herrliche Aussicht. Danach geht es zurück nach Amed in unser
Hotel,
während der Rückfahrt erfreuen wir uns mal wieder an
der schönen
abwechslungsreichen Landschaft.
Bei unserer nächsten Tour wollen wir uns zunächst das Bali-Dorf Tenganan anschauen. Ich hatte viel darüber gelesen, es handelt sich um eine strenge, konservative Gemeinschaft. Bis in den 60er Jahren durften ausländische Besucher nur mit einer Sondergenehmigung in das Dorf, das sieht heutzutage anders aus. Allerdings ist es den Bewohnern nicht erlaubt, jemanden aus einem anderen Dorf zu heiraten. In dem Fall muss er das Dorf verlassen. Das gesamte Dorfleben ist den traditionellen Regeln unterworfen. Als wir das Dorf betreten, fühlen wir uns in eine andere Welt versetzt. Man spürt gleich, dass die Menschen hier noch ihre Traditionen achten. Auch das Kunsthandwerk hat einen hohen Stellenwert. Tenganan ist bekannt für seine Textilien und Korbwaren. Wir können auch bei der Herstellung zusehen. Auch wurde uns gezeigt, wie besondere Zeichen in getrocknete Palmblätter geritzt wurden. Das Ganze wurde dann eingefärbt und mit Bambusrohren zusammengefasst. Auf diese traditionelle Art entstehen ganze Geschichten. Nach diesem beeindruckenden Rundgang durch das Bali-Dorf fahren wir weiter. Unser nächstes Ziel ist die Fledermaushöhle Goa Lawah. Wir hatten großes Glück, im Tempel vor der Höhle fand eine Zeremonie statt. Wir bekamen den üblichen Sarong und durften dann hineingehen. Unser Guide sagte auch, dass wir fotografieren dürften. Es war mehr als beeindruckend! Alles war wunderschön geschmückt
Nach diesem Erlebnis fuhren wir weiter nach Padang Bai, dort
wollten wir in
der Blue Lagoon schnorcheln. Eine schöne Sandbucht! Wir fanden
es echt
toll, mal wieder durch Sand zu laufen, in Amed der Strand ist steinig.
Es war etwas wellig, zum Schnorcheln nicht gerade optimal. Aber zum
Schwimmen war es sehr schön! Dann sind wir durch den Ort
gebummelt,
Padang Bai hat uns gut gefallen. Die Bucht mit den vielen Booten bietet
ein hübsches Bild. Wir fanden es auch nicht so sehr
touristisch im
Gegensatz zu Candi Dasa, das wir danach gesehen haben. Hier hat uns
besonders der Strand enttäuscht. Aber als Ausgangspunkt
für Touren ist
Candi Dasa sicherlich gut geeignet. Dann ging es wieder an den
schönen
Reisterassen vorbei nach Amed, wo wir die letzten Tage mit Faulenzen
und Schnorcheln verbrachten. Dann hieß es Abschied nehmen,
unser Fahrer
brachte uns nach Kuta, wo wir die letzte Übernachtung hatten.
Unser
Flieger startete morgens um 9.15 Uhr, da hätten wir sonst
mitten in der
Nacht losfahren müssen. Das war dann so bequemer und wir
hatten einen
entspannten letzten Urlaubstag. |