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Lanzarote – die etwas andere Kanareninsel

Lanzarote ist für uns eine Insel von eigenartiger Schönheit, auf die es uns immer wieder hinzieht. Sie ist von der Landschaft her einzigartig und sie wurde auch 1987 von der Welt Tourismus Organisation zu einer der 6 weltweit zu erhaltenden Landschaften erklärt. 1994 wurde sie von der UNESCO als erste vollständige Insel zum Biosphärenreservat ernannt. Lanzarote ist vulkanischen Ursprungs und gehört zu den 7 kanarischen Inseln. Das Klima ist das ganze Jahr über mild und niederschlagsarm. Lanzarote hat eine Fläche von 840 km² und ca. 110000 Einwohner.

Unser Lieblings-Urlaubsort ist Puerto del Carmen einem Ort an der Ostküste südlich von der Hauptstadt Arrecife. Es ist zwar ein Touristenort, aber wenn man im alten Ortsteil wohnt, hat man es schön ruhig. Von dort haben wir einen wunderschönen Blick auf den Hafen, an klaren Tagen kann man bis nach Fuerteventura hinüberschauen.

Hier haben wir einfach alles, die weiten Strände mit goldfarbenem Sand, das ruhige Meer und auch die Nähe zu den schönsten Ecken der Insel. Puerto del Carmen ist mittlerweile die Haupttouristenzone von Lanzarote geworden, aber wir verspüren immer noch etwas von seinem natürlichen Charme sowie die Ruhe seiner Strände und das Ambiente eines Fischerortes im historischen Dorfkern. Puerto del Carmen besitzt die längsten Naturstrände mit goldfarbenem Sand auf Lanzarote, es gibt hier die meisten Ferienunterkünfte der Insel sowie die verschiedenen Freizeitangebote. Vor ca. 30 Jahren war Puerto del Carmen ein kleines Fischerdorf. In den siebziger Jahren hatte die Entdeckung Lanzarotes als touristisches Zielgebiet das Anwachsen touristischer Urbanisationen um den kleinen Fischerort Puerto del Carmen herum und an den nahegelegenen Stränden entlang zur Folge. Bei den meisten Bauten hielt man sich an die traditionelle Architektur, wodurch ein einheitliches, ästhetisches Bild erreicht wurde. Die Gebäuden sind nicht allzu hoch und weiß gestrichen. Das Ergebnis ist ein harmonischer Ort von rund zehn Kilometern Länge, in der die Hotels und Apartmentanlagen nahe der langen Strandpromenade und den zahlreichen Stränden liegen.

Wir wohnen im Urlaub gerne im Apartment oder Ferienhaus und haben schon verschiedene Unterkünfte auf Lanzarote gehabt. Einige haben wir als Pauschalreise gebucht, das sind dann meistens etwas größere Anlagen, oft auch mit Pool. Eine sehr schöne Ferienwohnung hatten wir mal per Zufall gefunden, sie war oberhalb des alten Hafens und hatte eine traumhaft schöne Aussicht.

Einen Urlaub haben wir mal in Costa Teguise verbracht, der Ort hat uns aber nicht so gut gefallen. In den siebziger Jahren ist hier ein künstlicher Ferienort entstanden, der auch heute noch zu den schönsten Anlagen der Kanaren gehört. Er besteht aus gepflegten Hotels und Apartmentanlagen, hierzu gehören auch einige Hotels der gehobenen Kategorie. Dazu Restaurants, Cafés, Bars und Einkaufszentren und eine schöne Promenade.

Geprägt hat die Insel Caesar Manrique, der sich dafür eingesetzt hat, dass keine Hotelhochhäuser entstehen, kein Hotel darf mehr als zwei Stockwerke haben. Ihren Namen hat die Insel von ihrem Entdecker, dem genuesischen Seefahrer Lancelotto Malocello. Sie ist aber auch bekannt als die Insel der 100 Vulkane. Die Landschaft vulkanischen Ursprungs besteht aus 300 Vulkankegeln und diese Natur hat uns immer wieder angezogen. Das sind die Feuerberge, die im Inneren der Insel liegen, auch Montañas del Fuego genannt. Dahinter erstreckt sich der Timanfaya Nationalpark. Lanzarote ist karg, doch die Einwohner haben sich allerhand einfallen lassen um dem durchaus fruchtbaren Lavaboden Erzeugnisse abzuringen. Ähnlich werden die Kartoffeln angebaut und die Papas arrugadas (Kartoffeln in Meersalz gekocht) sind ein Nationalgericht. Die Kartoffeln sind recht klein und schrumpelig, schmecken mit ihrer Salzkruste sehr lecker und einzigartig. Zu den Kartoffeln werden verschiedene Mojos (Saucen) gereicht. Das sind besondere Spezialitäten auf Lanzarote, die gerne als Beilagen gereicht werden. Es gibt guten Fisch und eine Auswahl an Meeresfrüchten. Das schmeckt uns am besten in den ganz einfachen Fischlokalen, die man überall auf der Insel in den kleinen Fischerorten noch finden kann.

                                              

Auf Lanzarote kann man viel unternehmen aber auch entspannen, besichtigen und sportlich sein. Aber wir kommen auf dieser Insel nicht umhin, der Natur und der Landschaft ihren Respekt zu zollen. Wir sind zwar nicht für organisierte Touren, doch den Timanfaya Nationalpark durchfahren wir mit dem Bus. Diese Landschaft wirkt auf uns wie eine Mondlandschaft. Das Highlight dort ist ein Essen im Restaurant im Park. Im Inneren der Insel herrscht noch eine solche Hitze, dass das Essen auf dem Grill über einer Öffnung im Boden, gar wird.

                                                                     

Uns gefällt es immer wieder, die Insel mit dem Mietwagen zu erkunden. Dazu gehört der Mirador del Rio, ein von Cesar Manrique liebevoll gestalteter Aussichtspunkt am Nordosten der Insel. Man blickt auf die Salinenfelder und auf die Insel La Graciosa.

Auch ins „Tal der tausend Palmen“ fahren wir gerne, nachgezählt haben wir aber noch nicht. Aber die Fahrt ist schon ein Erlebnis! Wir fahren über schmale Serpentinen mit abenteuerlichen Kurven und Felsdurchbrüchen hinunter in das Tal der tausend Palmen - nach Haria . Der Ort liegt zwischen den Bergen des Nordens von Lanzarote. Allzu viel zu sehen gibt es nicht, Haria liegt weit ab von den Touristenpfaden, aber den Anblick mit den vielen Palmen finden wir wunderschön. In diesem Ort liegt auch César Manrique begraben. Es gibt ein paar einfache Restaurants.
                                       

                                               

Ein echtes Highlight sind die beiden Höhlen Cuevas de los Verdes und Jameos del Agua. Diese finden wir besonders interessant, es gibt einen dunkel schimmernden Höhlensee, in dem blinde Albinokrebse leben, sie sind einzigartig auf der Welt. Der See wirkt so, als wäre er sehr tief, in Wirklichkeit sind es aber nur ein paar Zentimeter. Auch außerhalb der Grotte ist es sehenswert, wir bewundern die vielen tropischen Pflanzen und betrachten in der Galerie die verschiedenen Ausstellungen.

Cueva des los Verdes ist die größte Höhle von Lanzarote. Hier können wir etwa zwei km des Vulkantunnels besichtigen und sind beeindruckt von den grandiosen Vorgängen, die das Entstehen einer solchen Lavahöhle überhaupt möglich machen. Wir betreten in 50 m Tiefe eine riesige Halle, die – wie wir erfahren – wegen ihrer ausgezeichneten Akustik für Konzerte genutzt wird.

Zu einem Urlaub auf Lanzarote gehört für uns auch eine Fahrt durch La Geria, dem Weinanbaugebiet auf Lanzarote, dort wird auf traditionelle Weise der Wein angebaut. Die Menschen hier haben, bedingt durch die Trockenheit, eine ganz besondere Form des Weinanbaus gefunden. Es werden bis zu 3m breite Krater gegraben, ein Weinstock gepflanzt und mit Vulkanasche bedeckt. Die Vulkanasche speichert die Feuchtigkeit bzw. den Tau und führt sie den Pflanzen zu. Eine kleine halbkreisförmige Mauer aus Steinen verhindert, dass der Passatwind den Krater zuweht. Diese Landschaft beeindruckt uns immer wieder! Dazu die hübschen Orte mit den schneeweißen Häusern, das Grün der Pflanzen, ein schönes Bild!

                                             

 

Zu den schönsten Orte auf der Insel gehört für uns Teguise, die alte Inselhauptstadt. Hier ist noch alles recht ursprünglich, die Stadt hat ein eigenartiges Flair mit ihren Kirchen, Plätzen und Palästen. Wir schauen uns die Plaza de la Constitucion an, von der aus wir in die Kirche San Miguel gehen, die 1428 erbaut wurde. Nachdem sie mehrmals zerstört wurde, hat man sie im 20. Jahrhundert neu aufgebaut.

                                                                    

Sonntags aber tobt in Teguise das Leben, wenn der berühmte Markt stattfindet. Da müssen wir auch immer hin, er ist für uns einfach interessant, wenn auch sehr touristisch angehaucht. Aber uns macht es Spass, von Stand zu Stand zu schlendern und das verschiedene Warenangebot zu betrachten. Zum Einkaufen ist aber auch Arrecife zu empfehlen, dort gibt es eine Vielfalt an Geschäften, Einkaufszentren, Cafes und Restaurants und es ist das typische Flair einer spanischen Kleinstadt.

Das letzte Meisterwerk von Cesar Manrique ist der Jardin de Cactus. Hier konnten wir erfahren, dass die Läuse der Kakteen zur Gewinnung der roten Farbe in Lippenstiften genutzt werden. Im Garten haben wir viele Kakteenarten gewundert. Es gibt ein Café mit einem Souvenirshop und eine Maismühle, die wir auch besichtigt haben.

In der Inselmitte haben wir noch einen weiteren Höhepunkt entdeckt, das Monumento al Campesino, ein Denkmal zu Ehren der lanzarotenischen Bauern. Wir erfahren, dass diese 15 Meter hohe Skulptur aus ehemaligen Wassertanks alter Fischerboote gebaut wurde. Es wurde 1968 von Cesar Manrique entworfen. In Tuagua entdecken wir ein Landwirtschaftsmuseum, ein ehemaliger Gutshof wurde restauriert und zeigt verschiedenen Mühlen und landwirtschaftliche Geräte.

Lanzarote hat aber auch wunderschöne Strände, wir fahren immer gerne zu den Papagayo-Stränden in der Nähe von Playa Blanca im Süden der Insel. Es sind helle Sandstrände mit glasklarem Wasser, wir fühlen uns fast wie in der Karibik! Playa Blanca haben wir noch als kleines Fischerdorf kennengelernt. Heute gibt es hier viele Hotels und Bungalowanlagen, alles sehr gepflegt. Dazu eine schöne Promenade, wir wundern uns immer wieder, was sich hier verändert hat.  

Von hier aus fahren wir an den Salinen vorbei und bestaunen die schachbrettartig angelegten Salzfelder. Unser Ziel ist El Golfo, ein kleines Fischerdorf mit einer besonderen Attraktion, der Lagune Lago Verde. Sie hat eine intensive grüne Farbe, die durch Algen hervorgerufen wird.

                                         

Aber auch in die kleinen Fischerdörfer fahren wir gerne, wie Arrieta mit seinen hervorragenden Fischlokalen. Oder Orzola mit seinem Fischerhafen, hier spüren wir kaum etwas vom Tourismus der Insel. Von hier aus kann man auch zur vorgelagerten Insel La Graciosa übersetzten.

Weitere kleine Orte, die zu einem Ausflug für uns dazugehören, sind Mala, Yaiza und Uga, typische Inseldörfer. In Uga können wir einen Dromedarritt in die Feuerberge unternehmen. Wir fühlen uns ein wenig wie in Afrika!